Bürokratie

Ein kleines Beispiel, was einen bei

Behördengängen so erwarten kann:

Halle

Meine (Ex)Frau vermietet unter anderen auch die Halle, die oben zu sehen ist.

Der letzte Mieter der Halle hat leider einige Monate seine Miete nicht gezahlt,

und ist dann plötzlich weg gewesen. Dabei hat er die erst ein Jahr alte Halle

in einem … sagen wir mal nicht sehr schönen Zustand hinterlassen.

Als wir mit einem Kärcher die Sanitärräume reinigen wollten stellten wir fest,

dass der Energieversorger (Staatlich) den Zähler ausgebaut hat, da auch diese

Rechnungen nicht bezahlt wurden.

Daraus folgend ein Beispiel zur Bürokratie:

Tag 1:

  • Morgens festgestellt, dass der Zähler ausgebaut wurde.

  • Noch am Vormittag sind wir in eine Art Bürgerbüro gefahren, dass in einem Einkaufszentrum angesiedelt ist (20km schönster Stadtverkehr). Meine Güte! Ein riesiges „Büro“, mit insgesamt 70! durchnummerierten PC-Arbeitsplätzen. Gleich am Eingang kümmerten sich drei Angestellte darum ,dass jeder eine seinem Anliegen (Arbeitsbereich wie Wasser, Elektro, …) entsprechende Wartenummer bekommt. Gleich dahinter der Wartebereich mit 120 fest installierten Stühlen, die auch fast alle besetzt waren und einem großem Monitor, auf dem angezeigt wurde, welche Wartenummer zu welchem Tisch zu gehen hat.

  • Leider gibt es dort keine Klimaanlage, lediglich 3 Ventilatoren mit Wasserverneblung haben für etwas Abkühlung gesorgt, jedoch ist die Luftfeuchtigkeit dadurch enorm hoch… Nach nur 30 Minuten Wartezeit wurde unsere Nummer aufgerufen. Die freundliche Dame hat uns dann nach einem kurzen Blick auf ihrem Monitor erklärt, dass sie nichts machen könne, da diese Angelegenheit nicht in ihrer Zuständigkeit liegt. Wir sollten doch bitte in das für den Stadtteil zuständige Büro des Energieversorgers fahren.

Tag 2:

  • Morgens versucht das zuständige Büro telefonisch zu erreichen, mit dem Ergebnis, dass am Telefon keine Auskünfte erteilt werden.

  • Also ins Auto und nach 15km Stop and Go im Büro angekommen. Aufgrund eines akuten Parkplatzmangels haben wir den Block 3x umfahren müssen…. Auch dort eine Nummer ziehen (am Automaten) und nur 10 Minuten warten. Glücklicherweise gab es hier eine funktionierende Klimaanlage!

  • Der Beamte hier erklärte uns dann, dass der Zähler ausgebaut wurde, da der Vormieter 4 Monate lang den Strom nicht bezahlt hat, und 20.000 R$ (ca. 8.000,-€) schuldig geblieben ist. Der Zähler könne erst nach Begleichung der Schulden wieder eingebaut werden. Es folgte eine „angeregte“ Diskussion, die mir meine Frau hinterher erklärte. Es ging darum, dass im Normalfall zwei Wochen nach der ersten, nicht bezahlten Rechnung eine Mahnung geschrieben wird. Wenn diese nicht innerhalb von zwei Wochen bezahlt wird, wird der Zähler ausgebaut, und damit der Strom abgestellt. Die Frage war also, warum dies nicht geschehen ist und wie dieser Fehler der Behörde zu beseitigen ist. Jacqueline müsste mit dem Mietvertrag und ihrem Personalausweis wiederkommen, dann könnte der Zähler wieder eingebaut werden.

  • Also zurück nach Hause, die Unterlagen zusammen suchen…. und Mittagessen.

  • Nachmittags dann zur „Cartorio“ (wieder 15km Stadtverkehr), wo die Unterlagen kopiert und beglaubigt werden. Wartezeit: Erträgliche, klimatisierte 30 Minuten. Leider war es dann zu spät zum anderen Büro zu fahren…

Tag 3:

  • Morgens wieder zum Büro des Energieversorgers, diesmal nur 2 Blockumrundungen bis wir einen Parkplatz hatten.

  • Da wir recht früh dort waren, mussten wir wieder nur 10 Minuten warten.

  • Nach nochmaliger Durchsicht der Papiere und der Aktenlage müsse sich der Beamte vor Freigabe noch einmal mit seinem Vorgesetztem absprechen….

    Heute würde nichts entschieden werden, er ruft uns morgen an!

Tag 4:

  • Bis Mittags kein Anruf vom Büro… dort angerufen und wie gehabt keine telefonische Auskunft…

  • Also wieder in den Verkehr gestürzt und hingefahren, drei Blockumrundungen hingelegt, Nummer gezogen und 20 Minuten gewartet.

  • Die Besprechung mit dem Vorgesetzten hat natürlich noch nicht stattgefunden… meine Frau bestand dann hartnäckig darauf, sofort mit dem Verantwortlichen zu sprechen. Nach weiteren 20 Minuten Wartezeit kam dieser dann und ließ sich alles erklären, schaute sehr angestrengt in den Computer und sagte nach dem Hinweis auf den Fehler des Mitarbeiters (Nichtabschaltung nach einem Monat) zu, den Zähler wieder einbauen zu lassen. Dies sollte nach spätestens 5 Arbeitstagen erfolgen.

Erstaunlicherweise war der Zähler zwei Tage später wieder eingebaut!

Am folgenden Sonntag haben wir dann die Sanitärräume gereinigt, das Büro der Halle Renoviert, hier mussten einige Stellen in der Decke neu verputzt und gestrichen werden und die Decke in der Küche war verdreckt und musste gestrichen werden. Das schönste war jedoch bei 30°C die 330m² Hallenboden mit einem Spezialreiniger zu schrubben, zu kärchern und mit viel Wasser abzuspülen. Bei der Fläche ist selbst ein Abzieher von einem Meter Breite zu klein…. Dazu war die Luftfeuchtigkeit in der Halle wie im Regenwald.